Mein neuer Blick auf Miles Davis
Miles Davis wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Ich dachte bislang, ich sei schon gut über Miles Davis und seine Musik informiert. Dann habe ich mich intensiver mit ihm beschäftigt und das Ergebnis ist ernüchternd. Miles Davis war im Grunde ein Arschloch. Ein Tyrann. Ein Drogenabhängiger. Ein Narzisst und Egozentriker. Er hat seine Frauen geschlagen und seine Kinder vernachlässigt. Darüber liest man gar nicht so viel, weil er natürlich gleichzeitig ein genialer Musiker war, der den Jazz über fünf Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat und dessen sensibles, feinfühliges und tiefgehendes Trompetenspiel die Welt begeistert hat. Er war all das gleichzeitig – und genau deshalb geht bis heute diese düstere Faszination von ihm aus. Ich habe mich gefragt: Warum haben sich diese klugen, starken Frauen immer wieder auf ihn eingelassen, obwohl sie genau wussten, worauf sie sich einlassen? Ich denke, er hat sie mit seiner geheimnisvollen Art fasziniert, mit seinem sen...