Grenadiermarsch auf Opalino Art – Revoge am Montag
Von meinem SB-Hofladen im Dorf hatte ich noch eine schöne Sellerieknolle und zwei Birnen. Ein großer Teil der Knolle wanderte durch die Gemüseraffel mit einer Birne und wurde mit einem Joghurt-Olivenöl-Dressing zu einem schönen Salat, den ich noch mit Walnüssen getoppt habe.
Und aus ein paar übrigen kleinen Kartoffeln, ein paar restlichen Emmer-Penne, einer Karotte, ein paar Stangen Staudensellerie und der restlichen Knollensellerie plus einer roten Zwiebel wurde ein leckerer Grenadiermarsch.
Das kommt aus der österreichisch-ungarischen Küche und ist ein Restegericht mit Nudeln und Kartoffeln. Da kam dann meistens noch übrig gebliebenes Bratenfleisch dazu und wurde in der Pfanne gebraten.
Bei mir gab es das heute als Beilage zu den Frikadellen, die dann auch in der Pfanne gebraten wurden.
Meine Großeltern väterlicherseits stammten aus Bratislava, zu Deutsch Pressburg. Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakei. Liegt aber gerade mal 40 km von Wien entfernt. In Pressburg lebten vor dem Zweiten Weltkrieg Deutsche, Slowaken und Ungarn friedlich zusammen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Deutschen aus Pressburg vertrieben. Meine Großeltern lebten daraufhin in einem Lager bei Wien. Da mein Großvater Parkettleger war, fand er Jobs in Westdeutschland nach dem Krieg und irgendwann fand er eine Wohnung und konnte die Familie holen.
Und da ich viel bei meinen Großeltern war, genoss ich häufig die gute österreichisch-ungarische Küche. Und das prägt einen – und je älter man wird, so scheint mir, erinnert man sich an die Geschmäcker aus der Kindheit.
Mein Opa-Lino-Grenadiermarsch war auf jeden Fall richtig lecker. Man muss alles schön in der Pfanne kräftig braten. Wie bei einem Tiroler Gröstl. Bei mir kamen dann noch frische Petersilie und reichlich von dem Grün der Staudensellerie dazu.
Restegerichte sind ja in vielen Kulturen Spezialitäten... Oder nicht? Und sogar zu Nationalgerichten aufgestiegen?! Wie haltet ihr das mit Restegerichten?
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