Lifestyle Teilzeit oder veraltetes Weltbild?


Das Thema „Lifestyle Teilzeit“ wurde ja massiv von CDU-Leuten in die öffentliche Diskussion geworfen. Und auch der Kanzler sagt immer wieder, wir alle müssten mehr arbeiten. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Kanzler schon 70 ist und mit seinem Weltbild irgendwie „out“ ist. Er scheint die gesellschaftlichen Realitäten von normalen Menschen nicht wirklich zu kennen.

Ich habe mir im Zug – der Lifestyle Pensionär, der ich ja bin 😁 – den Podcast von Anne Will zu diesem Thema angehört, mit Marcel Fratzscher als Gast. Der Tenor dieses Beitrags unterstützt meine Ansicht: Die CDU und der Kanzler spalten die Gesellschaft. Sie machen Politik auf Kosten schwächerer Mitglieder der Gesellschaft und bringen dabei nicht mal die Wirtschaft nach vorne. Da schwirrt völlig veraltetes Gedankengut durch die Köpfe.

Unter anderem wurde im Podcast von Marcel Fratzscher die Gruppe der über 60-Jährigen angesprochen: Die Realität ist doch, dass viele Arbeitnehmer in diesem Alter schlicht krank sind und für den Arbeitsmarkt ganz ausfallen. Work-Life-Balance ist hier eine sehr vernünftige Maxime, um auf die eigene Gesundheit zu achten.
Ich selbst habe bereits 2021 meine Arbeitszeit von 40 auf 30 Wochenstunden reduziert, weil ich den langen Tag einfach nicht mehr geschafft habe. Und selbst die 30 Stunden waren mir in den letzten Jahren zu viel. Der Kanzler ordnet drei Wochen Krankheit im Jahr als „viel“ ein? Bei mir waren es regelmäßig mehr als sechs Wochen. Mein Arbeitgeber hat mir zwar regelmäßig ein BEM-Gespräch (Betriebliches Eingliederungsmanagement) angeboten, aber was nützt das? Ich hatte jahrelang in verschiedenster Form, auch in offiziellen Arbeitsgruppen, auf die Überlastung im Amt hingewiesen – mit wenig Erfolg. Da hätte mir am Ende auch ein BEM-Gespräch nicht mehr geholfen, wenn das System die Warnsignale ignoriert.

Eine wirklich moderne und hilfreiche Maßnahme wäre stattdessen die Abschaffung des Ehegattensplittings. Hier wird ein überkommenes Familienmodell begünstigt. Frauen sind heute sehr gut ausgebildet, wollen berufstätig sein und auch mehr als 10 oder 20 Stunden in der Woche arbeiten. Nur lohnt sich das finanziell oft einfach nicht. Gleichzeitig wollen moderne Männer sich mehr in die Familie, in die Kinderbetreuung und die Familienzeit einbringen. Das Ehegattensplitting steht diesem modernen Leben im Weg.

Alle wären zufriedener und auch produktiver bei der Arbeit. Work-Life-Balance abzuqualifizieren und in den Geruch von Faulheit und Schmarotzertum zu stellen, ist schlichtweg dumm.

Hier ist der Link zu Anne Will Podcast:

https://open.spotify.com/episode/3Q9iTHfWih6kii5Ferbzrl?si=VGQ0TaNzSB2aJjW6sHkikw&t=0&pi=LxPwxEQRTPSiq

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