Der Kofferplattenspieler meiner Kindheit und die Freiheit von heute


Als ich gestern Morgen aufwachte und schlaftrunken meine Kaffeemaschine bediente, ging mir ein Lied durch den Kopf:

„Warum sind Menschen so gefühllos? Warum sind sie hart und kalt? Nein sagt sich so leicht, hart sein ist so leicht.“

Es ist ein Lied aus dem Musical Hair. Es gibt eine deutsche Version auf Schallplatte mit dem Namen Haare. Diese Schallplatte besaßen meine Eltern, und als Kind – ich denke, ich war im Grundschulalter – habe ich diese Platte sehr viel gehört.

Wir hatten einen Kofferplattenspieler. Der Deckel war der Lautsprecher; man konnte ihn abnehmen und nebendran stellen. Auf diesem Plattenspieler hörte ich alle Platten, die wir zu Hause so hatten, Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre.

Warum kommt mir gerade jetzt dieses Lied in den Sinn? Man sagt ja, dass so etwas kein Zufall ist und das Gehirn es meisterhaft versteht, einem solche Erinnerungen in den passenden Momenten zuzuspielen. 

Das Thema „Nein-Sagen“ ist gerade ganz aktuell in meinem Leben. Ich möchte ja meinen eigenen Rhythmus finden, meinen ganz eigenen Flow und mein ganz eigenes Tempo – möglichst ohne Verpflichtungen, Termine und Zwänge.

Ich habe sehr viel „Ja“ gesagt in meinem Leben und oft nicht auf mich selbst geachtet. Wie bleibe ich weich und empathisch, ohne mich selbst in den Verpflichtungen zu verlieren? Ich möchte auch mal „Nein“ sagen können, ohne dabei hart und gefühllos zu werden.

Denn hinter dem Begriff „Nein-Sagen“ steckt, positiv formuliert, ein Ja-Sagen zu mir selber, zu meinem eigenen Tempo. „Vom Müssen zum Dürfen“ habe ich mal einen Blogpost überschrieben. Es geht darum, entspannt zu schauen, was mir gut tut – und eben nicht ständig Pflichten und Erwartungen abzuarbeiten, weder jene, die in mir selber stecken, noch die, die von außen kommen. Ich möchte mir Zeit zum Entspannen nehmen und zulassen, dass da ein großes Bedürfnis nach Erholung vorhanden ist. Die Energie ist in mir, aber ich muss sie erst wieder in den Fluss bekommen. Und das braucht einfach Zeit.

Wer in das Lied mal reinhören möchte. Hier kommt der Link zu Spotify:

https://open.spotify.com/track/1lNvZDrvuaseUTHgezLtZ8?si=mvLPhpk8TXGJ6qseYGz-3w

Die Platte ist übrigens toll. Auf dem ersten Lied Wassermann singt die junge Donna Summer mit.

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