Wie aus leeren Dörfern und vollen Städten wieder Heimat wird – und wie Politik wieder Vertrauen schafft
Wie könnte das wieder besser werden? Wenn Menschen wieder das Gefühl haben, die Politik schafft die richtigen Rahmenbedingungen für ihre existenziellen Bedürfnisse und Interessen. Und man kann mitbestimmen und mitwirken an der Gestaltung seines Lebens. Eigene Lebensentwürfe und Lebensweisen werden möglich, bezahlbar und wählbar.
Ich möchte hier mal meine Ideen und Visionen entwickeln, die in so eine Richtung gehen könnten.
In den Ballungsgebieten und Städten drängen sich die Menschen heute und die Mieten sind explodiert, während in einigen Gebieten Deutschlands Wohnungen und Häuser leer stehen. Diese ländlichen Gebiete bluten aus und in den Ballungsräumen wird es immer enger. Wie könnte man diesen Entwicklungen entgegenwirken? Wie könnte man das Leben in diesen ländlichen Regionen attraktiv machen für Menschen, die gerne dort leben würden?
Wenn die Bundesregierung ein großes Förderprogramm zur Wiederbelebung strukturschwacher Regionen auflegen würde. Bei den Regionen handelt es sich um die ostdeutschen Flächenländer, vor allem ländliche Landkreise in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch um westdeutsche Mittelgebirgsregionen wie den Hunsrück und die Eifel in Rheinland-Pfalz, die Rhön im Grenzgebiet, das Fichtelgebirge und den Bayerischen Wald in Bayern sowie Teile des Saarlandes.
In den jeweiligen Bundesländern könnten Entwicklungsgesellschaften ihre Arbeit aufnehmen, die interdisziplinär besetzt wären mit Baufachleuten, Planern und Gemeinwesenarbeitern. Diese würden mit Beteiligung interessierter Menschen Trägerformen wie Genossenschaften, Trägervereine, gemeinschaftliches Eigentum und so weiter entwickeln und gründen.
Auf diese Weise könnten interessante Wohnprojekte wie z. B. generationenübergreifendes Wohnen, Seniorenwohngemeinschaften, kleine Tiny-House-Wohndörfer und Ähnliches mehr entstehen. Menschen aus Ballungsräumen, die an solchen Wohnformen Interesse hätten, würden sich melden. Miete, Pacht oder Eigentum von diesen Wohnungen wäre bezahlbar und dauerhaft der Spekulation entzogen.
Die Infrastruktur würde wiederbelebt werden. Einkaufsläden, Ärzte, Kindergärten, Sozialstationen und so weiter würde man versuchen anzulocken mit guten Konditionen und Flächen. Neue Kooperationen werden geknüpft mit vorhandenen Trägern. Vorhandene Fördergelder und Fördertöpfe werden erschlossen.
Ältere Menschen, die einsam in der Großstadt sitzen oder in einem großen Haus sitzen, aus dem die Kinder ausgezogen sind, hätten vielleicht Interesse, sich zu verändern und in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt zu ziehen, wo es Kontakt und gegenseitige Unterstützung gibt und doch jeder sein Eigenes hat und wo es bezahlbare Mieten gibt oder bezahlbares Eigentum. Und auch Familien, die in den Großstädten die Mieten nicht bezahlen können, hätten vielleicht Interesse. Es müssten Arbeitsplätze entstehen, auch Gewerbe müsste angezogen werden mit entsprechenden Bemühungen.
Die von mir vorgeschlagenen Trägerformen und Wohnformen wären natürlich nicht nur sinnvoll in diesen strukturschwachen Regionen, sondern natürlich auch in den Ballungsräumen.
Die Politik der letzten 40 Jahre hat ja durch falsche Weichenstellungen und dem Überlassen des Grundbedürfnisses Wohnen an die Privatwirtschaft erst die heutige Wohnungsnot erzeugt. Meine hier aufgeführten Ideen sind nicht neu. In den 80er Jahren gab es sie schon alle und wurden von Institutionen wie dem Wohnbund propagiert. Nur hat die Politik nicht darauf gehört.
Diese von mir vorgeschlagenen Entwicklungsgesellschaften würden sehr stark auf Beteiligung und Mitbestimmung setzen. Die betroffenen Menschen könnten mitgestalten. Dadurch würden Selbstverantwortung, Selbstwirksamkeit und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Menschen würden Politiker, die solche Projekte fördern und unterstützen, schätzen.
Und öffentliches Geld, das in solche Projekte gesteckt wird, macht sich dauerhaft bezahlt. Wenn Wohnraum entsteht, der dauerhaft der Spekulation entzogen ist, wenn neue Gemeinschaften entstehen, dann ist das auch ökonomisch und volkswirtschaftlich eine gute Investition.
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