Männerwandertage im Bayerischen Wald
Unsere 23. Männerwanderfahrt im September führte uns noch einmal in den Bayerischen Wald, wo wir bereits vor zwei Jahren gewesen waren.
Wir wohnten auf einem tollen Bauernhof mit familiärer Atmosphäre und leckerer Hausmannskost, die noch auf einem alten Holzherd gekocht wird.
Eigentlich sind wir ja überzeugte Selbstversorger und lieben auch das gemeinsame Einkaufen und Kochen.
Aber vor zwei Jahren hatte es uns dort so gut gefallen, dass wir uns noch einmal für diesen Hof entschieden.
Diesmal ging es ganz modern mit dem E-Auto auf Reisen. Da so ein Fahrzeug ab und zu Strom braucht, legten wir nach 250 Kilometern eine Pause ein.
Bei bestem Wetter genossen wir ein zünftiges Picknick im bayerischen Stil – mit Obazda, Brezn und einem alkoholfreien Hellen auf einem weiß-blauen Tuch.
Nach unserer Ankunft und vor dem Abendessen in der schönen Stube blieb noch Zeit für einen ersten kleinen Spaziergang um das Haus.
Der Bauernhof liegt wirklich fantastisch auf einer Berglichtung mit Blick auf die Höhenzüge.
Am nächsten Tag begrüßte uns regnerisches Wetter mit grauem Himmel und herbstlichen Temperaturen von um die 5 Grad am Morgen.
Da gegen Mittag die Sonne herauskommen sollte, trauten wir uns – gut eingepackt – auf unsere erste Wanderung, die uns an die tschechische Grenze nach Bayerisch Eisenstein führte.
Hier verlief vor der Wende der Eiserne Vorhang, und auch heute noch ist dieser Ort irgendwie speziell. Auf unserem Weg in den Wald kamen wir an zahlreichen verlassenen Häusern mit ehemaligen kleinen Geschäften und Cafés vorbei.
Sie erweckten den Eindruck, als seien die Bewohner einst Hals über Kopf geflohen und hätten alles einfach so zurückgelassen.
Im Gegensatz zur völlig vertrockneten Natur in der Rheinebene trafen wir hier im Bayerischen Wald auf eine wunderschöne grüne Landschaft, und im feuchten Waldboden ließen auch die ersten Schwammerl nicht lange auf sich warten. Genau wie der Ort versprühte auch der Wald einen leicht morbiden Charme.
Wie ich später nachgelesen habe, ist das Erscheinungsbild des Waldes dort Konzept. Man setzt dort auf die Natur und überlässt den Wald den natürlichen Regenerationsprozessen.
Der Pfad durch diesen Wald war wirklich sehr schön, und als wir das Schwellhäusl erreichten, zeigte sich auch zum ersten Mal die Sonne.
Das Schwellhäusl ist eine urgemütliche Hütte mit tollem Biergarten an einem romantischen Weiher.
Dort bediente uns ein sehr netter bayerischer Tscheche, und auch die Kartoffelsuppe hatte einen tschechisch-ungarischen Touch.
Das regnerische Wetter passte perfekt zu diesem leicht morbiden Charme der Gegend.
Am Nachmittag dominierte aber schon die Sonne, und auf unserem schönen, sonnigen Balkon der Ferienwohnung gab es nachmittags Kaffee und Kuchen. Ein buttriger Kirschstreuselkuchen, den uns die Ehefrau eines von uns jedes Jahr mit auf unsere Männertour gibt. Dieses lieb gewonnene Ritual möchten wir nicht mehr missen. Vielen Dank für diese sehr liebevolle Geste an dieser Stelle.
Dann gab es als Vorspeise vor dem Abendessen noch frische Rahmwaldpilze. Die frischen Pilze werden geputzt, geschnitten und mit Butter, Zwiebeln und Sahne leise eingekocht. Ein vorzüglicher Genuss!
An Tag drei stand der Osser auf dem Programm. Vom Parkplatz Sattel ging es hinauf. Knapp 400 Höhenmeter waren zu bewältigen. Der Osser-Gipfel ist ein beeindruckender Felsen mit einer fantastischen 360-Grad-Rundumsicht, und die deutsch-tschechische Grenze verläuft direkt über den Gipfel.
Die Osser-Hütte liegt wie ein Adlerhorst auf diesem Felsen. Und bei feinstem Sonnenschein genossen wir unsere Mittagsrast auf der Terrasse.
Der Rückweg führte „hintenrum“ nach unten auf dem deutsch-tschechischen Grenzweg.
Ein toller Pfad durch hohe Blaubeerbüsche mit weitem Blick nach Tschechien.
Die Wanderung vom Sattel aus mit 400 Höhenmetern war genau richtig für uns. Ein tolles Erlebnis. Und auch Pilze fanden wieder den Weg in unseren Rucksack.
Und so war am Nachmittag wieder Zeit für unser lieb gewonnenes Kaffee- und Pilzritual auf dem Sonnenbalkon unserer Ferienwohnung.
Punkt 18 Uhr gab es wieder frische Hausmannskost in der Stube. Und dazu ein schönes bayerisches Helles.
Am Tag 4 entschieden wir uns gegen den Aufstieg zu den Rauchröhren und für einen Seniorenausflug zum Großen Arbersee.
Man merkt halt doch ein wenig das Alter – hier und da zwickt ein Knie und irgendwo schmerzt immer ein Rücken.
Um 10 Uhr morgens war es noch erträglich voll am Arbersee, und die Runde um diesen tollen Natursee war sehr schön. Mit der Bayernwald AktivCard konnten wir dann umsonst mit den Tretbötchen fahren, was wir gerne ausnutzten.
Den sonnigen Nachmittag nutzten wir an unserem schönen Bergbauernhof in der Sonne. Und mit einer kleinen Runde noch hoch in den angrenzenden Wald.
Tag 5 war dann schon wieder Heimreisetag.
Leider sind die Freunde noch berufstätig und auf ihre begrenzten Urlaubstage angewiesen. Mal schauen, wie das wird, wenn sie in den nächsten Jahren mal alle in Rente sind.
Am Sonntagvormittag ging es dann noch zum Silberberg in Bodenmais.
Dort kann man mit der AktivCard zweimal den neuen Rollercoaster benutzen und auch mit dem Sessellift nach oben fahren. Alles kostenlos.
Und zwei von uns besuchten auch noch das ehemalige Silberbergwerk mit einer Führung. Auch das war in der AktivCard inbegriffen. Bei 5 Grad Kälte bekommt man dort erklärt, wie der Abbau damals stattgefunden hat.
Für junggebliebene Männer war der Rollercoaster ein Riesenspaß.
Danach ging es heimwärts.
Und an der Ladestation auf einem Autohof unterwegs durften wir noch den Bayerischen Meisterschaften im Kartfahren beiwohnen, während wir unser Picknick auf den bereitgestellten Bierbänken genossen.
Unsere 23. Männerfahrt war wieder ein voller Erfolg. Wo es das nächste Mal hingehen soll, ist noch nicht besprochen. Wahrscheinlich wird es aber wieder mit Selbstversorgung sein.
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