B. ist out – der Groove der Freiheit



„Yo, der B., der war im Amt ’ne Legende,
mit Ruhe im Blick und ’nem Stift in der Hände.
Er hat beraten, geholfen, gecheckt,
doch jetzt wird der Aktenberg endgültig versteckt.
Statistik? Nee, das war nie sein Ding,
wenn Excel ruft, hört man, wie er singt:
„Ich bin dann mal kurz im Garten, tschau,
bei Bohnen, Tomaten, da blüh’ ich genau!“
In der Pause – Linsen, Kaffee, dann Nap,
zwanzig Minuten Power-Nap-Nap
Beine hoch, Telefon im Griff,
Bernd bleibt cool und das ganz ohne If.
Deutschrap im Ohr, Jazz im Herz,
Wohnwagen-Träume, Freiheit, kein Schmerz.
Pfälzerwald, Teneriffa, Sonne, Strand,
endlich Pensionär, endlich Freizeit geplant.“

Jazz und Hip-Hop haben mich durch mein ganzes Berufsleben begleitet und mir Kraft gegeben. Meine Kolleginnen haben das aufgegriffen und haben mir zum Abschied diesen Rap geschrieben und präsentiert. Das war ein besonderer Moment für mich. Da steckt so viel Liebe und Anerkennung drin und Wertschätzung; ich war wirklich sehr gerührt und berührt. Und bedanke mich noch mal herzlich für diesen Moment.
I love you! 🫶

Es trifft auch insofern den Nagel bei mir auf den Kopf, als der Geist von Jazz und Hip-Hop für mich auch immer in meiner sozialen Arbeit präsent war. Musik, die von Armen und Rechtlosen erfunden wurde, die nichts hatten und die auf kreative Art versucht haben, sich auszudrücken.

Das Rebellische gegen „die Herrschenden“ und „die da oben“ zu sein – das hat mich in meiner Arbeit immer geleitet. ✊

Ich habe versucht, für die Menschen etwas Gutes zu bewirken. Habe versucht, ihnen freundlich und menschlich und auf Augenhöhe zu begegnen. Ich habe versucht, meine kreativen Fähigkeiten in der sozialen Arbeit einzubringen und auch ein wenig Rap in meinen Jugendamtsalltag. Dass meine liebsten Kolleginnen das aufgegriffen und verstanden haben, ist für mich eine besondere Ehre.

In den Strukturen des Amtes, der Behörde, war es für mich nicht immer leicht. Letztlich war das hohe Fallaufkommen und die meist knappe Personalbemessung, als auch die bürokratischen Strukturen auf die Dauer sehr ermüdend und erschöpfend. Auch wenn es viel Gutes gab – Freiräume, gute fachliche Standards, kompetente Führungskräfte und kompetente Kolleginnen – so war es auf die Dauer sehr anstrengend und hat viel Kraft gekostet.

Dass ich jetzt mit 63 die Nische „vorzeitige Versetzung in den Ruhestand“ für mich besetzen darf, das ist ein Geschenk. Meine Kolleginnen haben das toll gerappt. Jetzt kommt mein Flow: Das Leben in meinem Takt. 🥁

Es braucht noch ein wenig Zeit, um mich zu schütteln, um die Folgen des Zwangskorsetts abzustreifen. Aber mit jedem Tag wird das Jazz-Solo meines Lebens freier und kreativer. 🎷

Begleitet mich auf meinem Weg in Opas Traumleben! ✨

Listen to Loungin' by Guru with Donald Byrd
https://open.spotify.com/track/1VzhfMEGIIkn5hFITMJzW1?si=1nT8gB4UT9Wgal4UrlGVXQ

Kommentare

  1. Ein sehr schöner Beitrag, und wie schön zu lesen, wie viel Freude und Wertschätzung du hast für unseren Rap. Es hat Spaß gemacht zu dichten und besonders viel Freude auch jetzt noch wenn man dich damit so erfreut 🥰😘

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