​Nicht mehr nur ein Traum, sondern das Gebot der Stunde



In der systemischen Beratung gibt es einen Grundsatz: Probiere es nicht mit „mehr desselben“, wenn es nicht hilft.

Übertragen auf das Handeln der etablierten Parteien bedeutet das: 
Mit euren Methoden und Versuchen habt ihr die Menschen nicht überzeugen können und sie nicht davon abgebracht, die AfD zu wählen. 

Großspurige Ankündigungen wie „Wir werden die AfD halbieren“ wurden durch die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt ad absurdum geführt. 
Genau das Gegenteil ist eingetreten: Die CDU wurde halbiert und die AfD verdoppelt.

Wie erklärt man sich nun den Zulauf bei der AfD? Und welche Schlüsse müssen die demokratischen Parteien daraus ziehen?

Wahlforschung und Wahlanalysen ergeben ein klares Bild. Die Menschen, die AfD wählen, fühlen sich von den Politikern der etablierten Parteien nicht richtig gehört und vertreten. Eine Haltung wie „Wir leben gar nicht in einer Demokratie“ macht sich breit. „Ich kann gar nichts bestimmen. Meine Anliegen, Sorgen und Nöte werden gar nicht gehört. Die Politiker kochen ihre eigene Suppe und bedienen nur ihresgleichen.“

Jetzt kommt eine Partei, die die Emotionen und Sorgen der Menschen anspricht und verspricht, alles besser zu machen. Dass diese Partei antidemokratisch ist und gegen elementare Grundwerte unserer Verfassung verstößt, scheint den Wählern egal oder nicht bewusst zu sein.

Der Ärger und die Wut über das Desinteresse an ihren berechtigten Interessen ist auch durchaus begründet und wird durch die emotionale Ansprache der AfD bedient.

Was können denn nun aber die etablierten Parteien anders machen, um wieder gewählt zu werden?

Vielleicht haben die tragenden demokratischen Parteien den Schuss gehört. Die AfD gewinnt weiterhin Zustimmung und wird gewählt, und bei der nächsten Bundestagswahl kommt die AfD an die Macht.

Deshalb müssen sie jetzt dem Wutausbruch einen Mutausbruch entgegensetzen.

CDU, SPD und Grüne müssen sich zusammentun und eine Agenda 2035 erarbeiten. 
Und diese Agenda müssten sie mit den Bürgern zusammen entwickeln. Es müssten Ziele und Visionen in den einzelnen Politikfeldern entwickelt werden. 
Was wollen wir und wie kommen wir dorthin? 
Die drei Parteien könnten bereits diese Ziele aufstellen und jeweils die besonderen Schwerpunkte der jeweiligen Partei einarbeiten, sodass sich jede Partei gut vertreten fühlt und ihre ureigenen Themen repräsentiert sieht. 
Und im Weiteren könnten die Bürger beteiligt und ihre Wünsche eingearbeitet werden.
Auf jeden Fall müssen die Parteien neue Wege gehen, um die Politikverdrossenheit aufzubrechen.

Die Problematik ist tiefgreifender, als dass sie sich mit ein paar Korrekturen bei den angekündigten Reformen lösen ließe. Die Distanz zwischen den Bürgern und der Politik scheint zu groß geworden zu sein. Es besteht kein richtiges Vertrauen mehr.

In einem anderen Blogbeitrag habe ich ja schon einmal Ideen für die Wiederbelebung des ländlichen Raumes beschrieben und bin dabei auf die Beteiligung der Menschen eingegangen:

https://opas-traumleben.blogspot.com/2026/06/wie-aus-leeren-dorfern-und-vollen.html

Heute habe ich gelesen, dass sich Hendrik Wüst schon zu Wort gemeldet hat – mit dem Thema: Prüfung eines Verbots der AfD. 
Und auch Cem Özdemir hat sich zu Wort gemeldet. Diese Leute könnten die neuen Köpfe eines neuen Bündnisses für Deutschland sein – eines Bündnisses der Vernunft und des Vertrauens. Sie haben in ihren Bundesländern bewiesen, dass sie das können. Und auch bei der SPD bedarf es anderer Köpfe, die einen solchen Neustart glaubhaft und kompetent verkörpern.

So ein neues Bündnis sollte sich vielleicht jetzt schon bilden. 

Bundeskanzler Friedrich Merz wird hoffentlich nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin den Rücktritt erklären und den Weg frei machen, damit Hendrik Wüst einen Neuanfang einleiten kann – unter der Überschrift: „Wir haben verstanden.“

Und dann muss Bürgerbeteiligung konsequent organisiert werden. Die Parteien alleine haben zu viel Vertrauen verspielt, das zurückgewonnen werden muss.

Was denkt ihr über diese Gedanken? Ich freue mich auf eure Kommentare und eine anregende Diskussion!

https://opas-traumleben.blogspot.com/2025/12/opa-hat-einen-traum.html

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