Kein Sprint, sondern Long Distance - mein Weg zur Entspannung
Das mit dem Gesundwerden und dem Entspannen ist keine so einfache Geschichte.
Ich glaube, ich habe es mir etwas einfacher vorgestellt.
Groß war meine Euphorie und meine Vorfreude!
Seit ich im Mai mit meinem Blog „Opas Traumleben“ begonnen habe, habe ich meiner Vorfreude immer wieder Ausdruck gegeben.
Nun ist die Last des täglichen Gangs ins Büro und das immense Arbeitspensum, das man immer so vor sich hergeschoben hat, weggefallen. Aber die psychosomatischen Beschwerden, die sich über die Jahre eingestellt haben, sind nicht einfach mitgegangen. Sie melden sich eifrig zu Wort.
Es ist eine ganz neue Situation: Das Hamsterrad, der Druck zu funktionieren, immer weiter, weiter, weiter zu machen – das ist jetzt weg. Doch der „Beton“ im Nacken bleibt hartnäckig. Und auch in den Nebenhöhlen.
Heute früh bin ich um 6:45 Uhr aufgestanden (7:45 Uhr deutsche Zeit). Ich habe ganz gemütlich gemacht und den Sonnenaufgang genossen, während sich ein goldener Tag breit machte.
Doch ich fühlte mich nicht gut. Das dumpfe Kopfweh hatte sich wieder eingestellt. Im Grunde hätte ich mich gerade wieder ins Bett legen können.
Aber ich wollte so gerne an das Meer bei Tavira. Das hatte ich mir am Vorabend fest vorgenommen. Es ist die einzige Stelle an der Ria Formosa, an der man über eine Brücke hinüber auf die Insel und zum Strand gelangt. Ich war so gespannt auf diesen Weg und das offene Meer.
So habe ich mich aufgerafft und bin die 25 Minuten mit meinem Fiat getuckert. Es war wirklich sehr schön. Meine Beschwerden sind dennoch nicht weggegangen, trotz der guten Luft und der Bewegung. Aber ich war unterwegs und habe etwas erlebt:
Ein unglaublich tolles Meer mit einem weiten Strand, sehr schönen Dünen und dann die dunkelgrüne Marschlandschaft mit den blauen Kanälen vor dem blauen Himmel.
Beeindruckende Bilder, die man nicht vergisst.
Meine Wanderung war 5 km lang – das hat für heute dann auch genügt.
Auf dem Rückweg bin ich noch zum Lidl am Rande von Tavira gefahren. Ein größerer, schönerer Markt als in Olhão. Ich liebe es, einkaufen zu gehen; beim Lidl hat das etwas so herrlich Vertrautes, und doch gibt es all die regionalen Schätze. Zwei Pasteis de Nata wanderten gleich in die Tüte, dazu leckeres Brot, Orangen von hier, schöne Süßkartoffeln, Kichererbsen, Ziegenfrischkäse und Oliven.
An der Kasse kommt man mit einem freundlichen „Bom Dia“, „Boa Tarde“ und einem „Com cartão“ (ich bezahle mit Karte) sprachlich bestens zurecht. Für mich eine insgesamt entspannte Aktion. Am Auto gönnte ich mir gleich eines der Pasteis de Nata. Das zweite gab es dann später auf meiner schönen Terrasse im Tiny House – zusammen mit einem Milchkaffee, meinem Meia de Leite.
Schon früh am Morgen hatte ich mir Xarém vorbereitet, die portugiesische Polenta. Ich habe den Brei gekocht und auf eine Platte gestrichen, wo er in Ruhe auskühlen konnte.
Jetzt konnte ich schöne Stücke daraus schneiden und sie in der Pfanne mit etwas Olivenöl, Salzbutter und frischen Salbeiblättern anbraten. Das war heute die perfekte Beilage zu meinem Estufado von gestern, von dem ich noch reichlich im Kühlschrank hatte.
Mich mit den Dingen beschäftigen zu können, die mir wirklich Spaß machen – das ist schon ein riesiger Gewinn. Ich musste diesen Tag mit meinem Kopfweh nicht im Büro durchstehen, sondern konnte mir die Pausen gönnen, die ich brauchte.
Genau passend dazu schickte mir Instagram heute Nachmittag den richtigen Post. Er erinnert mich an die „zarte Verbindung zu unserer blauen Blume, unserer Seele“. Was sie braucht, sind Liebe, Entspanntsein, Lauschen, Pausen, Stille und Vertrauen – und das mitten im LebendigSein.
(leichtererfuelltleben auf Instagram)
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