Ein guter Kurtag
Schon am Vorabend hatte ich mir überlegt, erst am Nachmittag zum Cerro de Cabeça zu fahren. Die Wettervorhersage hatte wechselhaftes Wetter gemeldet, was mir gerade recht kam. So bin ich erst spät aufgestanden und habe alles ganz entspannt angehen lassen.
Seit heute habe ich das Gefühl, dass sich meine Nebenhöhlen langsam befreien. Die Zeit, das Inhalieren und die gute Meeresluft tragen allesamt dazu bei. Schließlich war genau das mein Plan: Im Januar an die Algarve zu reisen, um von dem milden Wetter und der Luft zu profitieren – weit weg vom Industriestaub der Heimat.
Auf meinem Teppich im Tiny House habe ich eine 15-minütige Morgenroutine nach Liebscher & Bracht mit Dehnungen für den ganzen Körper gemacht, während die Sonne ein wenig durch die Terrassentür schien. Das tat unglaublich gut.
Es gelang mir heute richtig gut, mich gar nicht unter Druck zu setzen.
Gegen Mittag wurde in aller Ruhe geduscht und dann der Rest vom Estufado mit frischem Brot gegessen. Auch die Kopfweh-Situation war heute deutlich besser.
Gegen 13:45 Uhr hatte ich dann wirklich Lust loszufahren. Ich steuerte mein Ziel im Hinterland an: nördlich von Moncarapacho liegt der Cerro de Cabeça, ein kleiner Berg mit einem Aussichtspunkt. Bei Komoot hatte ich mir eine kleine, stressfreie Rundwanderung rausgesucht.
Die Anfahrt führte über eine Sandpiste, die an einem privaten Haus endete. Da ich niemanden fand, den ich fragen konnte, parkte ich einfach neben den anderen Autos am Haus.
Eine tolle niedrige Macchia und die charakteristische rote Erde prägten diesen Berg, der bereits zum Barrocal gehört – dem ländlichen Hinterland der Algarve.
Es gab einen knackigen Aufstieg über Treppen zum Miradouro, und dann ging es auf einem schönen Pfad gemütlich zurück. Das bewölkte Wetter hatte seinen ganz eigenen Charme; ab und zu blinzelte die Sonne durch und bald konnte ich in der Ferne das Meer sehen.
Als ich wieder bei dem Privathaus ankam, stürmten mir natürlich drei große Hunde bellend entgegen. Das war schon unheimlich! Ich atmete tief durch und erblickte zum Glück die Hausherrin. Sie sprach mich direkt an, ob ich an ihrem Haus geparkt hätte. Ich gab mich schuldbewusst und versprach, sogleich wegzufahren. Die Hunde blieben zum Glück friedlich und ich tuckerte schnell die Sandpiste zurück Richtung Moncarapacho.
Dort legte ich noch einen Stopp im Intermarché ein, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Es ist ein sehr schöner, gut sortierter Markt in diesem kleinen Ort. Und eine kleine Rosinenschnecke fand den Weg in meinen Korb, die ich zu Hause erst mal gemütlich zum Kaffee genoss.
Später gab es dann noch ein wunderbares Festmahl: Den Lachs, den ich im Lidl besorgt hatte, dazu ein bunter Salat im „Teneriffa-Style“ (mit Avocado, Paprika und frischem Koriander) und leckere gebratene Süßkartoffelscheiben und in Scheiben geschnittener Brokkolistrunk sowie rosa Zwiebeln.
Nun schreibe ich hier meinen Blogbeitrag mit einem sehr zufriedenen Gefühl über diesen gelungenen Kurtag. Nebenher läuft das Spiel der Handball-EM, Deutschland gegen Österreich, und ein kleines Sagres steht auch schon bereit. Ein runder Abschluss für einen Tag, der Körper und Seele gutgetan hat.
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