Das Erbe des Hamsterrads: Wenn die Ruhe gegen Komoot gewinnt
Die Folgen dieser angespannten Lebensweise sind schmerzende, harte Schulter- und Nackenpartien, verbunden mit einem leichten, dumpfen Kopfweh. Dazu häufige Infekte im Winterhalbjahr mit verstopften Nebenhöhlen und ein nervöser Magen-Darm-Bereich.
Diese Symptome begleiten mich seit Jahren. Und sie dienten auch dazu, mir zwischendurch eine kleine Auszeit zu verschaffen. Das sind also Muster, die man über Jahre praktiziert – und sie haben ja auch ihren Sinn.
Jetzt kann man nicht einfach den Schalter umlegen und sagen: Weg damit, ich brauche euch nicht mehr.
Man würde ja gerne als neuer Mensch in die Pension starten. Aber man startet ja mit 63. Auch wenn die Last der Arbeit jetzt wegfällt, hat sie sich über diese lange Lebenszeit im Körper und in der Seele festgesetzt.
Ich glaube, ich muss erst mal akzeptieren, dass ich diese Symptome habe, und sie annehmen. Sie signalisieren mir: Du brauchst Pause. Entspann dich, nimm es an.
Das fällt mir nicht leicht. Ich bin doch in dieser schönen Gegend und man kann hier so viel sehen. Mein Komoot-Speicher ist voller Wanderungen, die ich machen möchte. Und in den Markthallen von Olhão war ich auch noch nicht.
Gut, dass heute ein grauer Regentag ist. Da fällt es mir doch leichter, es mir gemütlich zu machen.
Ich glaube, ich lege mich jetzt mal in der Shavasana-Position in mein Bett und mache mir eine schöne Entspannungsmusik dazu an.
Dazu gibt es einen warmen Tee. Und danach wird noch einmal inhaliert, mit frischen Salbeiblättern direkt aus dem Garten.
Heute gewinnt die Ruhe gegen Komoot.
Auf dem Herd schmort derweil ein Estufado à la opalino. Mit Schweinefleisch, Kichererbsen, viel Gemüse und reichlich Kräutern. Ein Duft, der verspricht, dass alles gut wird.
Estufado à la Opalino
(Opalinos Schmortopf nach Algarve-Art)
Ein ehrlicher, herzhafter Schmortopf, der die Zeit und die Kräuter der Algarve für sich arbeiten lässt.
Die Zutaten:
Basis: Schweinefleisch (in Würfel geschnitten), Zwiebel & Knoblauch.
Gemüse: Karotten, Lauch, Zucchini.
Flüssigkeit: Tomatenmark, ein kräftiger Schluck Rotwein zum Ablöschen, 1 Dose gehackte Tomaten.
Kräuter: 3 Lorbeerblätter, je 1 Zweig Salbei, Rosmarin und syrischer Oregano.
Sättigung: 1 Glas Kichererbsen (gegen Ende dazugeben).
Abschluss: Salz, Pfeffer, Piri-Piri und der Saft einer halben Orange.
Die Zubereitung:
Anbraten: Das Schweinefleisch scharf anbraten. Danach Karotten, Lauch, Zucchini, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und mitdünsten.
Ablöschen: Tomatenmark kurz mit anrösten, mit Rotwein ablöschen und die gehackten Tomaten hinzufügen.
Das Bouquet: Die Lorbeerblätter und die ganzen Kräuterzweige obenauf legen.
Schmoren: Deckel drauf und für zwei Stunden sanft köcheln lassen.
Das Finale: Die Kichererbsen unterrühren und alles mit Salz, Pfeffer und Piri-Piri abschmecken. Zum Schluss den Orangensaft einrühren für die besondere Frische.
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