Schritt für Schritt zu mehr Klarheit und Leichtigkeit



Mein Gemütszustand heute Morgen war dem Wetter ein wenig ähnlich. Ein weißer Wolkenschleier, der die Sonne zwar durchließ, aber kein klares Wetter darstellte. 
Ein Schummel-Sonnenwetter. 
Meine Stimmung war so ähnlich. Leicht bedrückt. Auch ein leichter Schleier im Kopf. Und der Bauch drückte und grummelte etwas. „Hallo, meine Symptome“, dachte ich.
Ich nahm es, wie es ist. Machte in Ruhe mein Programm. Schön frühstücken und Kaffee trinken. Yogaübungen. Musik hören. Ein wenig Sonnen.

An meinem ersten Tag hier war ich ja nach Fuseta gefahren. War dort an dem schönen Hafen gewesen, am Ria-Strand und war die Ecovia entlanggelaufen. Bis zu der Stelle, an der man die Bahnlinie queren kann. Und dann zurück. Heute wollte ich den zweiten Teil dieser Tour machen und von der anderen Seite einsteigen. Und so hatte ich auch nur eine Anfahrt von fünf Minuten.

Ich dachte: Läufst du mal los und schaust mal, wie es ist, wie es dir geht. Kannst ja wieder umdrehen.

Ich ging eine Zeit lang eine Straße hinunter. Hier und da bellte ein Hund hinter dem Zaun. Schließlich erreichte ich die Bahnlinie und kurz danach den Weg Ecovia. 


An der Ria war Ebbe und die Stimmung gefiel mir. 


Der Weg ist sehr schön angelegt durch die Salzwiesen. Und ein relativ langes Stück führte auf einem Holzbrückchen entlang. 


Ab und zu kamen zwei Fahrradfahrer in die eine oder andere Richtung. So wanderte ich gemächlich vor mich hin und genoss den Blick in die Weite.


Ich hatte meiner großen Tochter geschrieben, wie es ihr gehe und ob es etwas Neues gäbe. Und mitten in den Salzwiesen erreichte mich ihre Nachricht. Es gehe allen gut und man habe eine Zusage bekommen für die Vier-Zimmer-Wohnung. Mit schöner großer Küche. Im Erdgeschoss und sehr ländlich in der Natur gelegen. Und alles zu einem sehr guten Preis. Und man sei in der Nähe der Familie. Ich freute mich, von ihr zu hören und über die gute Nachricht. Sie klang glücklich.

Wenig später schickte mir die Natur wieder einen tollen Moment. Ein Storchenpaar zog seine Kreise direkt über mir. Und ich dachte sofort an die Symbolik: Neubeginn, Frühlingsboten, Fruchtbarkeit, Treue. 


Und wenig später stellte ich fest, dass ich wieder an dem Teil der Strecke angekommen war, an dem der Übergang über die Bahnlinie war und an dem ich den Rückweg angetreten hatte.
Meine Stimmung hatte sich mittlerweile schon deutlich verbessert. Das Laufen und die Weite und die Ruhe und der Wind taten mir wieder gut. Und jetzt kam auch die Sonne mehr raus. Sie hatte diesen Schleier durchbrochen und der Himmel zeigte einige blaue Stellen. Ich setzte mich an den Rand des Weges mit Blick in die Salzwiesen und mit der Sonne im Gesicht und aß in aller Gemütlichkeit mein Schinkensandwich und meine Banane. Das Handy kam in die Tasche und hatte Pause.

Dann ging es auf den Rückweg. Er verlief über kaum befahrene Sträßchen an schönen Häusern vorbei. Mit schönen Gärten. An Oliven- und Orangenhainen entlang. Blühende Mandelbäume hier und da. 


Und ich dachte an meinen Schrebergarten und machte schon wieder Pläne im Kopf. Dass mein alter Zwetschgenbaum mal zurückgeschnitten werden müsste und dass ich hierfür eine Firma beauftragen werde. Schließlich kann man auch solche Arbeiten als haushaltsnahe Dienstleistungen in gewissem Umfang bei der Steuererklärung geltend machen.
Ich dachte an den Enkelmann und wie wir beide im Garten bald wieder zusammen werkeln werden und ich ihn einbeziehen werde bei allen Verrichtungen, die anfallen. 


Die frühlingshafte Stimmung – ich hatte inzwischen meine Jacke ausgezogen und hatte nur noch mein Merino-Longsleeve an –, der schöne abwechslungsreiche Rückweg mit der erwachenden Natur ließen auch bei mir die Freude auf den Frühling zu Hause wachsen.

Am Ende meiner Tour stand ich plötzlich vor einer Café-Bar: O Farol. Und die Klänge von Bob Marley – „Could You Be Loved?“ – drangen aus den Fenstern. Das passte sehr gut zu meiner mittlerweile viel besseren Stimmung. Und geht es in dem Lied nicht um die universelle Liebe, die Nächstenliebe und auch um die Selbstliebe? Vor dem O Farol stand ein toller Baum mit großen Blüten. Und meine Recherchen ergaben: Es handelt es sich um einen Hortensienbaum.

Zufrieden erreichte ich mein Auto. Jetzt wäre noch Zeit für den Lidl-Moment, dachte ich, und 10 Minuten später stand ich vor den Backwaren. Leider kein Pastel de Nata mehr vorhanden. So musste es eine Zimtschnecke sein. Die ließ ich mir wieder schmecken auf der Terrasse mit Kaffee in den letzten Sonnenstrahlen.
Und dann ging es ans Kochen. Für heute hatte ich mir eine portugiesische Bohnensuppe überlegt. Mit Karotten, Süßkartoffeln, Lorbeerblättern und selbst gesammeltem wildem Thymian. Feijão Manteiga – so kleine rote Bohnen, die gibt es im Glas zu kaufen und sie schmecken lecker. Die ganze Suppe schmeckte mir sehr lecker. Und mit einem zufriedenen Gefühl dachte ich an den Tag und wie er sich zum Guten gewendet hatte.

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