Ich war inzwischen bereits neun Mal auf Teneriffa. Bei meinen ersten Reisen habe ich natürlich die bekannten Wanderungen im Teide-Nationalpark, im Anaga-Gebirge und im Teno-Gebirge angesteuert – spektakulär und beeindruckend, wie man es erwartet. Doch bei meinen letzten Aufenthalten habe ich begonnen, das ländliche Teneriffa im Norden stärker zu erkunden, und ich muss sagen: es hat mir unglaublich gut gefallen. In diese Bereiche oberhalb von etwa 300 Metern bis hinauf auf 1000 oder 1100 Meter verirren sich kaum Touristen. Man trifft dort auf Weinberge und Terrassenfelder mit Kartoffeln, auf bäuerliche Anwesen mit Hühnern und bellenden Hunden. Weiter oben geht diese Kulturlandschaft dann über in wunderschöne Wälder mit Kastanien- und Lorbeerbäumen. Dazwischen findet man alte Pfade, die noch heute von Bauern benutzt werden, Pflasterwege mit angelegten Naturtreppen, die teils schon seit Jahrhunderten bestehen. Und fast immer begleitet einen der Blick: hinunter auf das Meer und die Küstenstädte, die sich über dem Atlantik ausbreiten, und hinauf zum Teide, der majestätisch über allem thront.
Ein besonderer Reiz dieser Gegend sind die vielen Guachinches – kleine Ausschankwirtschaften der Weinbauern, in denen es neben dem selbst gekelterten Wein auch traditionelle kanarische Kost gibt. Wer Lust hat, das ursprüngliche Teneriffa kennenzulernen, findet hier genau das, fernab der Touristenströme und gängigen Ausflugsrouten. Wanderungen lassen sich über Komoot finden oder auch selbst zusammenstellen, und wenn man im Internet etwas stöbert, entdeckt man auch spezielle Seiten, die sich mit diesen alten Wegen beschäftigen. Man darf sich nicht abschrecken lassen von den Anfahrten über die teils extrem steilen Straßen – ich bin selbst schon mit Herzklopfen im ersten Gang nach oben gefahren –, aber es lohnt sich jedes Mal.
Wie geht es euch? Habt ihr schon Wanderungen in diesem Bereich gemacht? Habt ihr Tipps oder Empfehlungen?
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